Nur Zahlen?
Mit knapp 180.000 Hektar Rebfläche ist Rumänien das fünftgrößte Weinanbauland Europas. Mit 4,5 Millionen Hektolitern ist es der sechstgrößte Wein pro Jahr und, bemerkenswerterweise, der 13. größte weltweit. Dennoch sollte es keine Überraschung sein, dass Rumänien selten als eine der produktivsten Weinregionen der Welt erwähnt wird.
Die jahrzehntelange mengenorientierte sowjetische Politik ging zu Lasten der Qualitätsweinherstellung. Auch als die Weingüter nach dem Sturz des kommunistischen Regimes im Jahr 1989 allmählich in private Hände übergingen, blieb die billige Weinproduktion aufgrund mangelnder Investitionen und mangelndem Know-how bestehen.
Die Weinbaulandschaft hat sich seit den 2000er Jahren erheblich verändert, insbesondere als Folge der EU-Mitgliedschaft Rumäniens im Jahr 2007, die den bürokratischen Aufwand verringerte und zu einem gewissen Grad an gesetzgeberischer und struktureller Stabilität beitrug. Es standen Mittel zur Verfügung, um Weinberge neu zu bepflanzen, Weingüter zu modernisieren und ausländische Investoren anzulocken. „Nach Jahren des Chaos begann alles viel einfacher zu werden“, sagt der gebürtige Brite Philip Cox, der Ende der 90er Jahre das im Banat ansässige Unternehmen Cramele Recas übernahm und es zum größten Weinexporteur Rumäniens machte. „Früher mussten wir absolut alles importieren. Mittlerweile wird hier vieles produziert, und was nicht, kann man über entsprechende Agenturen und Importeure beziehen. Die Modernisierung der Zulieferindustrie ermöglichte uns den Ausbau unseres Geschäfts.”